DER HIMMEL AUF ERDEN. ZEICHNUNGEN ZU ITALIENISCHEN WAND- UND DECKENGEMÄLDEN

24.01.2020 – 09.02.2020

Wand- und Deckengemälde hatten in Spätrenaissance und Barock Hochkonjunktur. Dabei erfüllten Zeichnungen die verschiedensten Funktionen. Viele Blätter entstanden vor der Fertigstellung des großen Wurfs und gehören zum Werkprozess, andere wurden nach den vollendeten Bildern ausgeführt. Die 27 im Vitrinengang gezeigten Werke reichen von ersten Ideenskizzen über Studien zu Figuren und akkurat ausgearbeiteten Teilentwürfen bis hin zu kompletten Kompositionszeichnungen.

Wall and ceiling paintings had their heyday in the Late Renaissance and Baroque periods. Within this context drawings fulfilled the most varied of functions. Many sheets were created before the completion of the fresco and are part of the work process; others were executed after the pictures were finished. The 27 works shown in the cabinet corridor range from the first sketched ideas to studies of figures and from accurately elaborated sections of drafts to complete compositional drawings.

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Cesare Nebbia (1536 – 1614) Wand- und Deckenentwurf mit Apollo-Szenen, 1566/72 Feder in Braun, braun laviert, über Spuren von schwarzem Stift, braun umrandet 276 x 261 mm Inv.-Nr. 34025 Z

In Late Renaissance and Baroque

frescoists often did not simply keep to given architectural features but reinterpreted these in their wall and ceiling paintings. In this way a wall painting could give the impression that an interior space was open to the outside or that a dome revealed a view of the heavenly spheres. Studies made after such pictorial inventions honour the compositions. They were often made by artists on their travels who wanted to take a collection of motifs back home with them or were commissioned by collectors who sought to gain an impression of illusionist concepts that, not infrequently, had become well known. Several of these sheets are of paintings that have since been lost and are of great documentary value. Others served as preliminary drawings for reproduction as prints, in the case that no drawings made during the preparatory stages of a work were available.

In Spätrenaissance und Barock

nahmen Freskanten architektonische Gegebenheiten oft nicht einfach hin, sondern deuteten sie in der Wand- und Deckenmalerei neu. So kann ein Innenraum durch eine Wandmalerei den Eindruck erwecken, er sei nach außen geöffnet oder eine Kuppel den Blick in himmlische Sphären freigeben. Studien nach derartigen Bildfindungen erweisen den Kompositionen Reverenz. Sie wurden oft von reisenden Künstlern angefertigt, die sich einen Motivschatz mit nach Hause nehmen wollten, oder entstanden im Auftrag von Sammlern, die eine Vorstellung von den nicht selten berühmten illusionistischen Konzepten zu gewinnen suchten. Einige dieser Blätter geben heute verlorene Gemälde wieder und sind von hohem dokumentarischem Wert. Andere dienten als Vorzeichnungen für die Wiedergabe in der Druckgraphik, falls nicht Zeichnungen aus der Werkvorbereitung zur Verfügung standen.

Niccolò Martinelli, gen. Trometta (um 1540 – 1611), Verkündigung und Geburt Christi, Entwurf für eine Lünettendekoration, 1565/70, Feder in Braun, braun laviert, weiß gehöht auf blaugrauem Papier, 340 x 540 mm

Zeichnungen aus dem Werkprozess

zeigen dagegen den Künstler auf dem Weg der Bildfindung und auf der Suche nach neuen, überzeugenden Lösungen. Viele Darstellungen – etwa in Form von Pendentifs oder Lünetten – bilden den Bezug der geplanten Malereien zur Architektur mit ab. Diese ist unter den Künsten der Epoche die Ordnungsmacht, der sich Skulptur, Malerei und Ornament einfügen.

Die Ausstellung präsentiert Blätter von Federico Zuccari und Annibale Carracci, von Pietro da Cortona, Giovanni Lanfranco, Giovanni Battista Gaulli und manch anderen berühmten Freskanten.

Gaudenzio Ferrari (um 1477 – 1546) Engelskonzert, Entwurf für eine Kuppeldekoration im Santuario di S. Maria dei Miracoli, Saronno, 1532/34 Pinsel in Braun, weiß gehöht 475 x 300 mm Inv.-Nr. 2660 Z © Staatliche Graphische Sammlung München

Drawings created as part of the work process

on the other hand, trace an artist’s path to a pictorial invention and the search for new, compelling solutions. Many depictions – in the shape of pendentives or lunettes, for example – simultaneously indicate the correlation between a projected painting and the architecture. Among the art forms of the time this is the sovereign force to which sculpture, painting and ornament were subordinate.

The exhibition includes sheets by Federico Zuccari and Annibale Carracci, from Pietro da Cortona, Giovanni Lanfranco, Giovanni Battista Gaulli and several other famous frescoists.

Werke zur Ausstellung

Lorenzo de‘ Ferrari (1680 – 1744) Engel mit Girlande, um 1720 Schwarze Kreide, teilweise verrieben, weiß gehöht 555 x 405 mm Inv.-Nr. 1997:24 Z © Staatliche Graphische Sammlung München
Kreis des Federico Zuccari (1542 – 1609) Taddeo Zuccari zeichnet in der Gartenloggia der Villa Farnesina, um 1590 Feder in Braun, braun laviert, über Spuren von schwarzem Stift 342 x 185 mm Inv.-Nr. 2582 Z © Staatliche Graphische Sammlung München
Giovanni Battista Beinaschi (1636 – 1688) Cello spielender Engel, Variation im Gegensinn nach einer Figur Giovanni Lanfrancos (1582 – 1647), Kuppel, S. Andrea della Valle, Rom, um 1660 Schwarze und weiße Kreide auf blauem Papier 540 x 425 mm Inv.-Nr. 13798 Z © Staatliche Graphische Sammlung München

Führungen

Kuratorenführungen

Do 30.01.2020 um 18.30 Uhr
Sa 08.02.2020 um 15.00 Uhr
jeweils mit Dr. Kurt Zeitler

Ort: Pinakothek der Moderne
beschränkte Teilnehmerzahl

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Öffentliche Führungen

Ort Pinakothek der Moderne

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Ort Pinakothek der Moderne

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