Rom, Neapel und Sizilien 1817/18

Dillis hielt im Auftrag von Ludwig berühmte Ansichten und vor allem bedeutende archäologische Stätten in Zeichnungen und Aquarellen fest, die er zum Teil erst nach seiner Rückkehr zu repräsentativen Bildern ausarbeitete.

Neben Ansichten, die heute zu ›Postkartenmotiven‹ geworden sind, sammelte Dillis auch ungewöhnliche Perspektiven und schilderte die Beschwerlichkeiten der Reise. Insgesamt entstand eine Folge von 39 Blatt mit repräsentativen Ansichten der Reise, aus der hier eine kleine Auswahl gezeigt wird.

Weitere Blätter können Studiensaal der Staatlichen Graphischen Sammlung München vorgelegt werden. Aus dem Nachlass des späteren König Ludwig I. kamen diese Reiseerinnerungen 1868 in den Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung München.

Südfrankreich 1806

Schon 1806 war Dillis mit Kronprinz Ludwig von Paris aus über den Genfer See nach Mailand und Nizza entlang der südfranzösischen Küste bis nach Figueres in Katalonien gereist, um die antiken Monumente zu besichtigen. Ursprünglich sollte die Reise bis Barcelona gehen, doch der Kronprinz musste aus politischen Gründen direkt nach Berlin zurückkehren. Dillis gab – einer Mode der Zeit folgend – die Landschaften und das mediterrane Licht überwiegend in Grautönen wieder. Gelegentlich entstanden jedoch sogar am gleichen Ort eine Grisaille und ein Aquarell.

Die insgesamt 81 Blätter umfassende Serie ist durch ein von Dillis angelegtes Verzeichnis mit dem Titel »Voyage pittoresque dans le Midi de la France dessiné par Dillis« geordnet, so dass sich die weniger berühmten Orte seiner Bilder einigermaßen bestimmen lassen. So kann man die Reiseroute anhand der Bilder nachvollziehen und in einigen Fällen schilderte Dillis sogar die schrittweise Annäherung an einen berühmten Punkt wie z. B. die pittoresk gelegene kleine Stadt Monaco. Die nicht ausgestellten Blätter werden im Studiensaal der Staatlichen Graphischen Sammlung München auf Nachfrage vorgelegt.

Dillis' Landschaften entführen uns in die Gegegenden, die heute noch unsere Sehnsuchtsorte sind.

Dr. Andreas Strobl, Kurator der Ausstellung

Postkartenmotive

Schon zu Dillisʼ Zeiten war es darum gegangen, anhand berühmter Plätze und pittoresker Gegenden Impressionen als Erinnerungsstücke zu sammeln, um sie zu Hause zu genießen. Es stellten sich ihm die Fragen, die wir uns heute noch stellen: Was will man im Urlaub sehen und erleben, welche Eindrücke mit nach Hause bringen? Dillisʼ Aquarelle zeigen dieselben Landschaften, die bis heute beliebt und inzwischen vom Tourismus erschlossen sind, noch ganz unberührt.